Inkontinenz/Harnverlust, Prostata-Erkrankung:
 

Auch Männer haben einen Beckenboden!


Der Beckenboden ist ein System von Muskeln und Sehnen, die das Steißbein mit dem Schambein und die Sitzbeinhöcker verbindet. Er besteht aus drei Schichten, schließt den Rumpf nach unten hin ab und ist im Normalfall stark genug, den Anforderungen des Alltags standzuhalten und Belastungen abzufedern. Auch wenn wir schlafen, besteht eine Grundspannung, die dafür sorgt, dass wir „dicht halten“.
Da der männliche Beckenboden nur zwei Öffnungen aufweist und nicht durch Schwangerschaft und Geburt belastet ist, stehen Senkungen oder eine gesamte Schwäche im Hintergrund, bei operativen Eingriffen an der Prostata kommt es jedoch häufig zur Beeinträchtigung des Blasenschließmuskels oder zu einer Störung des Zusammenspiels zwischen Blase und Schließmuskel und somit zur Inkontinenz.
Unter Inkontinenz versteht man das Abgehen einer mehr oder weniger großen Menge Harn, vor allem beim Husten, Niesen, Aufstehen, Heben, Springen, nach dem Urinieren oder ganz unwillkürlich. Oder es besteht ein starkes und zu häufiges Dranggefühl, oft auch nachts, sodass der Schlaf durch häufige Toilettengänge empfindlich beeinträchtigt wird.
 

Ursachen:


- Vergrößerung der Prostata im höheren Lebensalter mit Abflussstörung des Harns aufgrund der   Einengung des Harnwegs. Dieses Problem wird durch eine Operation behoben, dabei       bleibt die Prostata erhalten.
- Bösartige Erkrankungen der Prostata, ev. sind in der Umgebung auch Lymphknoten betroffen.   Bei der Operation wird die Prostata entfernt.
- Inkontinenz ohne auffälligen urologischen Befund. Bei zusätzlichen Erkrankungen wie    

  Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen usw. können Medikamente die Inkontinenz verstärken.   Auch Dauerstress im beruflichen Alltag durch Zeitdruck und hohe Anforderungen kann das     Zusammenspiel von Blase und Blasenschließmuskel stören oder erhöhte Spannung im    

  Beckenboden bewirken. In Verbindung mit der Inkontinenz kann es auch zur sogenannten     Erektilen Dysfunktion (Potenzstörung) kommen.
 

Therapieinhalte:


- Befund, Aufklärung
- Aktive Therapie: Beckenboden bzw. Blasenschließmuskel spüren lernen, Aufrichtung der      

  Wirbelsäule, Training des Blasenschließmuskels
  Atemtechnik zur Verstärkung der Anspannung erlernen
  Verhaltestrategien erlernen bei starkem Drang zum Steigern der Füllung der Blase
- Passive Therapie: Viszerale Techniken, Mobilisation Kreuzbein, Narbenbehandlung
- Entspannung
- Heimprogramm, Hilfe zur Selbsthilfe, Beratung